Offene Gartentür 30. Juni 2019

Wie an jedem letzten Sonntag im Juni öffnen sich Gartentüren in ganz Bayern, so auch in der Stadt und im Landkreis Kitzingen. Von 10 bis 17 Uhr sind Sie eingeladen, private Gartenparadiese wie gemeinschaftlich angelegte und genutzte Freiräume zu genießen. Die Gartenbesitzer freuen sich auf Ihren Besuch und teilen gerne ihr Wissen und ihre Freude am Gärtnern mit Ihnen.

Der Eintritt zu den Gärten ist kostenlos, Ausnahme ist der Besuch der Gärten am Kirchenburgmuseum Mönchsondheim. Bitte entrichten Sie hier den Gruppeneintrittspreis (4 €). 

Harmonie von Kultur und Natur

"Ein richtiger Garten ist die Harmonie von Natur und Kultur“, sagte Hubert Markl, der erste Präsident der Max-Planck-Gesellschaft. Richtige Gärten sind am Sonntag, den 30. Juni 2019 von 10 bis 17 Uhr zu entdecken.

Die Gärten im Kirchenburgmuseum in Mönchsondheim zeigen ländliche Nutzgärten, Gemüse, Blumen, Wildpflanzen, vor allem auch Kräuter. In der Führung von „Von Kräutern, Aderlass und Schröpfen“ wird um 14 Uhr von der medizinischen Versorgung in früherer Zeit erzählt, von Wundchirurgen, Badhäusern und Heilkräutern.

In den Mainbernheimer Grabengärten wachsen Gemüse, Blumen und Wildpflanzen um die Wette. Die Grabengärtner haben die jahrhundertealten Gärten vor der Stadtmauer zu neuem Leben erweckt. Auch neue Nachbarn sind dazugekommen. Im Hortus nocte, dem Garten der Nachtschwärmer, hat eine Gruppe von Gärtnern Pflanzen, die Insekten als Nahrung und Lebensraum dienen, gepflanzt, gesammelt, gesät oder einfach Altholz stehen gelassen.

Gemeinsam gärtnern auch die Familien Pierl und Rauch im Volkacher Grabengarten. Der Garten gehört zum ehemaligen Badhaus an der Stadtmauer. Die beiden Familien teilen sich Arbeit und Ernte. Eine Familie wohnt ohne Garten am Haus in der Innenstadt. Die Kinder freuen sich nun über einen naturnahen Platz zum Spielen und lernen, Obst und Gemüse anzubauen.

Gärten in historischem Umfeld pflegen auch die Familie Camerer in Sommerach und die Familie Blaha in Volkach-Eichfeld. Familie Camerer hat einen 300 Jahre alten Winzerhof saniert. Der dazugehörige Garten liegt versteckt hinter hohen Mauern. Einige Pflanzen waren bereits vorhanden, andere, wie die Rosmarin-Sträucher, sind mit nach Sommerach gezogen und vieles wird neu gepflanzt. Erst im letzten Jahr zogen 25 englische Rosen ein. In Eichfeld ist die typische Hofstelle eines fränkischen Haufendorfs Garten und Park der Familie Blaha. Im Wirtschaftshof halten die zahlreichen Kübelpflanzen Sommerfrische. Hinter der Scheune liegt der Gemüse-, Obst- und Geflügelgarten. Große Staudenbeete, Ziersträucher, auch räumlich gekonnt mit Blickachsen gestaltet, machen diesen Garten zu einem zeitgemäßen Park. Das Vorhandene wird mit neuen Elementen verbunden.

An einem Bauernhof, einem Aussiedlerhof in der Landschaft, liegt auch der Garten der Familie Wolf in Mainbernheim. Der Garten ist über Jahrzehnte gewachsen, ein Wohn- und Nutzgarten, mit einem Teich, Sitzplätzen in Sonne und Schatten, vielen, auch naturnahen Stauden und Gehölzen für vielfältige Lebensbereiche, mit schönen Blicken in die Landschaft.

Seit vielen Jahren wächst auch der Garten von Werner W. Siebert in Mainstockheim, am Hang über dem Maintal. Über mehrere Ebenen sind verschiedene Gartenbereiche eingepasst. Die Pflanzen sind an das trockenwarme Klima abgestimmt. Immer wieder wird mit Neuem experimentiert, Blicke frei geschnitten, Strauchpäonien und insektenfreundliche Stauden gepflanzt. Die Gartenmöbel, neuerdings auch ein großes Insektenhotel, sind selbst gebaut.

Der Garten um die Villa Paganini in Kitzingen wird erst seit dem letzten Jahr als Oase in der Stadt freigelegt und gepflegt. Anstelle einer Garage entstand ein Sitzplatz, große Sträucher durften bleiben, auch als Abgrenzung und Sichtschutz. Große Strauchrosen sind ein Genuss für Augen und Nase. Nutzpflanzen wachsen mit den Zierpflanzen zusammen. Tomaten und Kartoffeln werden in Weinkisten gezogen.

Der Tag der offenen Gartentür zeigt in diesem Jahr öffentlich zugängliche Gärten und verborgene Orte, immer gestaltet von Gärtnerinnen und Gärtnern mit Wissen, Können und Leidenschaft. Zum Gärtnern gehören Zeit und Geduld, daher ist auch zu sehen, wie sich Gärten über die Jahre wandeln.  

Offene Gärten im Kitzinger Gartenland 2019

Im Steigerwaldvorland: Mainbernheim & Iphofen-Mönchsondheim

Dörfliche Nutzgärten am Kirchenburgmuseum

Dörfliche Nutzgärten, Kräuter und Wildstauden
14 Uhr Führung »Von Kräutern, Aderlass und Schröpfen« mit Roswitha Dorsch, in Museum, Kräuter- und Schulgarten zur medizinischen Versorgung im 18. Jh., von Wundchirurgen, Badhäusern, Heilkräutern

Schul- und Kräutergarten, Kirchenburgmuseum 97346 Iphofen-Mönchsondheim

Hortus nocte – Garten der Nacht, Christian Söder

In Mainbernheim, bei den Grabengärten, entsteht seit 2017 ein besonderer Naturgarten. Ein Refugium für Nachtblüher, Nachtschwärmer und allerlei Fledergetier. Wilde Ecken in einer Stadt sind wertvolle Rückzugsorte für viele Tiere und Pflanzen. Dieses soziale Gartenprojekt zeigt was selbst auf kleinen Flächen machbar ist. Ganz unterschiedliche Menschen kommen hier zusammen um gemeinsam einen Naturbegegnungsraum zu schaffen.

bei den Grabengärten, 97350 Mainbernheim

Parkmöglichkeiten am Stadteingang

Grabengärten, Mainbernheim

In den historischen Nutzgärten an der Stadtmauer blüht und fruchtet es schöner denn je. Die Grabengärtner bearbeiten ihre eigenen Gartenstücke, bauen zusammen Kartoffeln und Einmachgurken an. Auch Gruppen und Vereine gärtnern gemeinsam, so ziehen die Schützen z. B. Zinnien für die Blumensträuße am Schützenmittwoch.

entlang der B8, 97350 Mainbernheim
Grabengärtner beantworten Ihre Fragen.

Nutz- und Wohngarten Wolf, Mainbernheim

Über Jahrzehnte gewachsener Garten um einen Aussiedlerhof, als Wohngarten mit Sträuchern, Stauden, einem Teich, Sitzplätzen in Sonne und Schatten, einem Nutzgarten, inmitten der Felder, mit schönen Blicken in die Landschaft.. 

Familie Wolf, Amtsstück 2, 97350 Mainbernheim
 

Maintal: Gärten in Kitzingen und Mainstockheim

Villa Paganini Garten, Kitzingen

Ein kleiner Stadtgarten, der seit 2018 wieder entsteht und nach und nach zur Stadtoase wird. Gerade zur Rosenblüte ein Genuss für Augen und Nase.

Familie Meierott, Moltkestr. 20a, 97318 Kitzingen
www.meierott.de

Duft- und Wohngarten Werner W. Siebert

Garten am Hang, über mehrere Ebenen; angepasst an das trockenwarme Klima; prägend sind Rosen, Clematis, eine umfangreiche Hosta-Sammlung und viele Duftpflanzen. Die Gartenmöblierung und die Rankhilfen sind selbst geschmiedet. Neu sind u.a. ein geschmiedetes und kunstvoll eingefügtes Insektenhotel und viele Strauchpäonien, die leider Ende Juni schon abgeblüht sein werden.

Am Hädler 5, 97320 Mainstockheim

besuchen Sie auch den Kunstweg »Heim Stock Main«

»Heim Stock Main« ist eine Installation der Künstlerin Melinda Hillion

An der Weinbergshütte/Brunnweg, Mainstockheim, bis zum 31. August 

Um die Mainschleife: Sommerach, Eichfeld & Volkach

Geschlossener Garten, Sommerach

Versteckter Gartenraum an historischem Winzerhof, im Ortskern, geprägt von Muschelkalk, Kräutern, Stauden; wein und Rosen, ein Paradiesgärtlein umschlossen von Mauern. Seit der ersten Teilnahme 2017 entwickelte sich der Garten weiter. Fünfundzwanzig Austin Rosen wurden 2018 gepflanzt und die Rosmarine entwickelten sich im heissen Sommer prachtvoll .
Die Glaskünstlerin Petra Markert stellt einige Werke in der Scheune und Kelterhalle aus.

Eva und Klaus Camerer, Maintorstraße 17, 97334 Sommerach

Hofstelle und Garten, Eichfeld

Eine typische Hofstelle in einem fränkischen Haufendorf ist gleichzeitig ein üppg bepflanzter Garten und Park. Der Wirtschaftshof ist die Sommerfrische zahlreicher Kübelpflanzen. Der Obst-, Gemüse- und Hühnergarten zum Ortsrand ist von großen Staudenbeeten durchzogen, von Zier- und Nutzsträuchern gerahmt, oft inspiriert von großen Garten-Vorbildern, fein abgestimmt, immer passend zum Ort.

Roswitha und Horst Blaha, Volkacher Straße 34, 97332 Volkach-Eichfeld

Skulpturenpark Steinbrenner

Badhausgarten im Stadtgraben, Volkach

Ein Garten für zwei: Zwei Familien teilen sich Ernte und Arbeit im Bauerngarten. Gemeinsam macht die Arbeit mehr Spaß und halbiert sich gleichzeitig für die Partner. Die Kinder einer Familie aus der Innenstadt freuen sich jetzt über einen naturnahen Platz zum Spielen und gewinnen gleichzeitig erste Erfahrungen mit dem Anbau von Obst und Gemüse für eine gesunde Ernährung.

Familien Pierl und Rauch, Zugang über Hindenburgpark, 97332 Volkach
 

Impressionen und weitere Informationen

Offene Gartentür, was ist das?

Versteckte Idylle, Nutzgärten mit altem Baumbestand, grüne Höfe, parkähnliche Anlagen – die Vielfalt der Gärten im Landkreis Kitzingen ist groß. Einen Einblick in diese Vielfalt bietet der Tag der offenen Gartentür. Ein Gespräch mit Mechthild Engert, Kreisfachberaterin für Gartenkultur und Landespflege, über den Aktionstag und die Faszination Garten.

aus: Mainpost-Freitagsfragen, Interviewerin Dagmar Röllinger, 2017

Frage: Worin besteht die Vielfalt beim Tag der offenen Gartentür?

Mechtild Engert: Die Vielfalt liegt schon in der Lage, ob ein Garten in der Stadt oder in einem Dorf ist, in der Landschaft im Maintal oder im Steigerwaldvorland, im Wohngebiet oder in einer eng bebauten Ortslage. Es gibt sehr kleine und große Gärten, Weitblick und Geborgenheit. Das Klima und die Böden sind oft extrem, es ist vielerorts wärmer und trockener, manche Böden sind sandig, andere schwer. Daraus ergeben sich vielfältige Lebensräume und Pflanzenbilder.

Was ist das Besondere an diesen Gärten?

Alle Gärten kann es so nur im Kitzinger Land geben, jeder ist auf seine Weise einzigartig.

Wer steht eigentlich hinter dem Tag der offenen Gartentür? Wer übernimmt die Organisation?

Der „Tag der offenen Gartentür“ ist eine bayernweite, nicht kommerzielle Aktion, die 1996 unter anderem vom Landkreis Würzburg aus ihren Anfang nahm. Die Kreisfachberater der Landkreise wählen die Gärten in ihrem Kreis aus, präsentieren sie und organisieren den Ablauf. Mit den Gartenvereinen wird eine Broschüre für alle Gärten in Unterfranken veröffentlicht. Der Kreisverband Kitzingen richtet jedes Jahr eine Eröffnungsfeier aus und lädt alle Teilnehmer, meist im Herbst zu einer gemeinsamen Gartenführung.

Es gibt ein Netzwerk Kitzinger Gartenland. Was ist darunter zu verstehen?

Der Landkreis hat 2009 aus Anlass der Kleinen Gartenschau begonnen, zu sammeln, welche Gartenschätze es gibt, diese sichtbar zu machen und weiter zu entwickeln. Das Kitzinger Gartenland ist eine einzigartige Kulturlandschaft. Die Wein- und Obstgärten, Gemüsefelder und Gewächshäuser prägen die Landschaft. Es gibt einige gartenkünstlerisch herausragende Parks und Besonderheiten wie die Grabengärten. Geschichte und Natur, Gartenkunst und Gartenbau sind hier eng miteinander verbunden.

Wer ist alles eingebunden?

Gärtner, Gartenbesitzer, Gemeinden, auch Touristiker arbeiten zusammen, unter der Federführung des Landkreises. Es gibt bisher gemeinsame Broschüren, eine Internetseite und einen Gartenkalender mit über 100 Terminen, von der Schlossparkführung bis zum Markt mit regionalen Produkten. Es konnten bereits einige Gartenobjekte weiterentwickelt werden, wie die Schlossparks Schwanberg und Wiesentheid und die Grabengärten Mainbernheim, auch mit Unterstützung des EU-Programmes LEADER, einem Programm zur Entwicklung ländlicher Räume.

Sie sind Kreisfachberaterin für Gartenkultur und Landespflege und  damit Fachfrau in Gartenfragen. Was macht für Sie  einen richtig schönen Garten aus?

Mich begeistert, wenn ein Garten eine Einheit ist aus dem vorgegebenen Ort, dem Menschen und seiner Vision. Das ist ganz unabhängig vom Stil oder vom Aufwand. Gärten sind lebendig, sie verändern sich ständig. Fotos sind nur eine Momentaufnahme, sie geben weder die Düfte, die Laute noch das räumliche Empfinden wieder. Man sollte die Gärten besuchen, auch zu verschiedenen Zeiten, und mit den Besitzern sprechen. Aber Vorsicht, die Gartenleidenschaft steckt an!

Mechthild Engert

Landratsamt Kitzingen


Tief- und Gartenbau - Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege Landschaftsarchitektin

Kaiserstraße 4
97318 Kitzingen

(Mo-Fr vormittags)

8.84.13

+49 (9321) 928-4205

+49 (9321) 928-4099

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